Bobo der Satiriker***

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Der Freiheit zweiter Teil

Kommen wir zurück ins Hier und Jetzt.
Ja, ich gebe zu, dass ich bei den Veröffentlichungsdaten der letzten vier Einträge gefuscht habe, aber ich wollte einfach nicht damit angeben, dass ich fünf Beiträge in zwei Tagen geschafft habe.
Außerdem macht sich das im Archiv sehr viel besser.

Die 18 Tage seit dem Frankfurt Konzert lassen sich jetzt ganz entspannt und vielleicht auch ein bisschen angenehmer als die puren Berichte lesen.
Mittlerweile besitze ich hoch offiziell die "Allgemeine Hochschulreife". Damit gehöre ich jetzt zu der deutschen Elite.
Und? Wurde ich am 18.06. mit Geld überschüttet? Hat mich die von der Leyen persönlich beglückwünscht (darauf lege ich jetzt auch keinen gesteigerten Wert)?
Ganz trocken gesehen bin ich arbeitslos. Hab ich einen Job? Nein. Einen Studienplatz? Noch nicht.
Und dafür opfert man 13 Jahre seines Lebens.
Ach, ich vergaß, ich habe einen kostenlosen Opernbesuch geschenkt bekommen. Ich gehörte also zu dem elitären Kreis, der bei der Zeugnisverleihung auf die Bühne gerufen wurde.
Das hat meinem Ego gut getan und den kleinen Knick vom Donnerstag davor… ach, vergessen wir das. Mittlerweile habe ich ja sogar wieder eine Armbanduhr.


Die kostenlose Karte war übrigens weder ein Werbegeschenk, noch eine Entschädigung dafür, dass ich von zu vielen unfähigen Menschen unterrichtet wurde. Nein, es war eine nachträgliche Belohnung für den 2. Platz beim Bocholter Planspielt. Vielleicht erinnern sich die Älteren von euch noch.
Abends beim Abiball musste ich natürlich auch noch mal auf die Bühne. Ich muss nicht betonen, dass ich meine Laudation grandios vorgetragen habe. Andere Menschen haben sich da sehr viel schlechter geschlagen. Okay, diese spezielle Person steht auf meinem persönlichen Index, weshalb ich immer negativ über sie urteilen würde. Trotzdem habe ich Recht.

Die ersten Tage meiner Arbeitslosigkeit habe ich dann standesgemäß im Bett, im Kino und auf einer Gartenbank verbracht. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Vor einer Woche ging es dann das erste Mal mit dem Auto nach Frankfurt.
Okay, man braucht, inklusive Pause, ca. zwei Stunden weniger Zeit, aber im Auto kann man nicht bei einer Reisegeschwindigkeit von 300km/h auf die Toilette gehen.
Bei mir fließt so was in die Reiseplanung ein.

Natürlich motivierte uns der Ortswechsel nicht zu übermäßiger Produktivität.
Wobei man sagen muss, dass wir am Freitag tatsächlich um 8:00 Uhr MORGENS aufgestanden sind.
Na gut, wir hatten einen festen Tagesplan, aber man muss es einfach betonen.


Was hier wie ein hochmodernes *hüst* amerikanisches Spaceshuttle aussieht, ist dann doch nur die russische Kopie namens "Buran".
Klingt wie ein Gericht eures Lieblingsdönerladens und besteht wahrscheinlich aus exakt den gleichen Zutaten.
In der ehemaligen UdSSR war man der Meinung, dass man mit einem Raumschiff aus Spannplatten ins All und AUCH wieder ZURÜCK gelangt.
Nur eine chemische Analyse kann mich davon überzeugen, dass unter den Plastikhitzekacheln irgendein hochtechnisches Material und kein Gipskarton stecken.
Und wer ist eigentlich auf die grandiose Idee gekommen, ordinäres Brotpapier und Haargummis für die Hauptelektronik zu verwenden?
So sah zumindest die Technik im Heck aus.

Anschauen kann man sich dieses Wunderwerk russischer Handwerker übrigens im Technikmuseum Speyer. Fahrt einfach von Frankfurt anderthalb Stunden Richtung Süden und bremst dann einfach bei der Boeing 747.


Sollte ich vor Betreten dieses Flugzeugs auch nur minimale Motivation besitzt haben, irgendwann mal in ein Reiseziel per Luftweg erreichen zu wollen, so hat sich diese vollkommen in Luft *haha* aufgelöst.
In diesen Dingern ist es eng. Im Fernsehen schauen sie immer so riesig und geräumig aus.
Aber sie sind es nicht! Und dann sitzt man mit zehn Menschen in einer Reihe. Wahrscheinlich genau in der Mitte. Dann muss man mal dringend zur Toilette (ich habe es geschafft, dieses Thema in drei von fünf Beiträgen mindestens einmal unterzubringen) und nebeneinem schlafen alle.
Es ist mir ein Rätsel, wieso Flugzeuge die sichersten Verkehrsmittel der Welt sind.
Dank der "Sendung mit der Maus2 wusste ich schon vorher, dass die einzelnen Elemente nur genietet sind, aber wenn man dann selber mal im Frachtraum einer 747 hockt und sich die Materialien genauer anschaut, wünscht man sich fast in die Buran.
Desweiteren sind Flugzeuge DER Beweis schlechthin dafür, dass die Physik vollkommen unlogisch ist.
400 Tonnen schwere Gegenstände können nicht fliegen. Das geht nicht.
Sollte ich wirklich mal Richtung USA reisen wollen, vertraue ich mein Leben doch lieber einem wesentlich schwereren Stück Stahl an, welches mehrere tausend Meter über der Erde in Wassermassen schwebt.
Da bin ich wenigstens sicher, dass ich nicht tief fallen kann.


Wir waren jetzt in der Luft, im All und haben kurz über Schiffe philosophiert.
Fehlen nun also noch selbstfahrende, motorisierte Gefährte, die sich auf Asphalt bewegen.
Zufällig liegt der Hockenheimring in der Nähe von Speyer.
Erkenntnis des Tages: Das Umfeld einer Formel 1- Rennstrecke ist nicht glamourös.
Aber was interessiert mich das Umfeld?

Und damit haben wir alle interessanten Ereignisse seit meinem Abiball abgehakt.
Ihr seid wieder auf dem neuesten Stand.

Na gut, eine Info fehlt noch: Am Sonntag haben wir uns an mehreren Universitäten beworben.
Per Internet lief das. Ich bin kein Stück informierter, aber vielleicht habe ich dann ab August einen Studienplatz. Man kann es ja mal probieren.
Bis dahin muss noch einiges getan werden.
Morgen werden in Frankfurt erst mal ein paar Gebiete abgearbeitet, die ich vor der längeren Abwesenheit von diesem Ort noch abarbeiten möchte.
Ich werde darüber bloggen. Und diesmal wird die Zeitspanne kürzer sein.
Außerdem habe ich vor mich am 12.07. aus Berlin zu melden.

Und bevor ich mich nun endgültig verabschiede, gibt es als Bonus diese kleine "Strafarbeit" zum Thema "Warum ich die Pause nicht im Gebäude verbringen darf", welche ich für eine Realschülerin geschrieben habe.

Warum habe ich meine Pause im Gebäude verbracht? Eine wirklich gute Frage. Betrachten wir diese doch einmal philosophisch. Denn seien wir ehrlich, kein intelligenter Mensch würde bei diesen Temperaturen eine ernstgemeinte Erklärung für den Umstand verlangen, dass man die Ruhezeit seines Schultags statt unter der brennenden Sonne im halbwegs gekühlten Gebäude verbracht hat.
Natürlich wird diese Begründung in die Hände von intelligenten Menschen gelangen, weshalb dem philisophischem Aspekt sehr viel Raum zu Teil werden kann.
Gebäude, auch wenn sie zu einer Lehranstallt gehören, geben einem ein Gefühl von Geborgenheit. Sie bieten einem Schutz vor den Elementen und ersetzen die Höhlen, die schon unseren Vorfahren eine Heimat waren. Es liegt uns also in den Genen, viel Freizeit in geschützter Umgebung zu verbringen. Gerade die Schulpause ist doch der Inbegriff von Freizeit.
Nach 90 Minuten harter Unterrichtszeit, in der wir beweisen sollen, dass wir die spätere deutsche Elitee darstellen und sich Deutschland keineswegs abschafft, sehnen wir uns nach Entspannung. Entspannung, die unsere Aufmerksamkeit auf unsere Umwelt vermindert. Somit fehlt uns der Schutz vor einem drohenden Raubtierangriff. Was liegt da näher, als während der Tiefenentspannung in schützender Umgebung zu verweilen?
Ich handelte also nur nach meinen Urinstinkten. Verzeihen Sie mir diesen Umstand.
30.6.11 00:35


Grönemeyer Frankfurt 11.06.11

Es ist Samstag.
Gestern Morgen sind wir um 06:40Uhr in den Regionalzug nach Dülmen gestiegen, um von dort aus über Düsseldorf nach Frankfurt zu fahren.
Eine wirkliche Unzeit. Solche Aktionen sind nötig, wenn bis zum Donnerstag auf der Strecke Richtung Dülmen Bauarbeiten herrschen und man deshalb erst am Morgen des hessischen Abiballs fahren kann.
Wenn man mitten in der Ferienentspannung steckt, dann will man nicht um halb 5 mit dem Wissen aufstehen, dass man erst um 12:30 Uhr am Ziel ankommt und dort nur wenig Zeit für ein Nickerchen hat, da man ja außerdem noch duschen muss. Um 16:30Uhr beginnt ja schließlich schon die nächste Veranstaltung.
Zum Glück konnten wir um 23:00Uhr schon wieder den Rückweg antreten.

Heute ist nämlich der Abschluss der Todeswoche. Natürlich nimmt man auch das Konzert in Frankfurt noch mit, obwohl man Anfang des Jahres noch damit rechnet, dass der Abiball bis mitten in die Nacht hinein andauert.
Erstaunlicherweise waren wir dann doch so was ähnliches wie ausgeschlafen.
Ich frage mich, ob wir auch so entspannt gewesen wären, wenn Frankfurt wirklich das einzige Konzert der Tour für uns gewesen wäre. Am Ende war es dann doch nur das einzige, für das wir 60€ pro Karte bezahlt haben.
Hier hatten wir richtig Glück. Wir haben auf die Empfehlungen der Stadionseite gehört und das Auto am Frankfurter Flughafen geparkt. Per S-Bahn ging es zum Stadion.
Wir kannten den Weg von der Station zur Arena ja schon. Experiementierunfreundlich wie wir sind, haben wir auch denselben Eingang wie beim letzten Besuch gesucht. Für einen Zeitpunkt zwei Stunden vor Einlass war es hier erstaunlich leer.
Irgendwann fühlte es sich dann doch, weshalb wir uns direkt vor die Einlassgitter setzen. So waren wir dann die Nummer 2 in der Reihe.
Nach dem Einlass herrschte dann im Inneren des Stadions Chaos. Zu viele Menschen, zu wenig Ordner. Trotzdem hatten wir klasse Plätze am Ende des langen Steges. Dementsprechend hervorragend sind die Fotos dieses Konzertes geworden.
Einen Nachteil hatte unsere Platzierung dann doch: Es gab kein Durchkommen Richtung Toiletten und Getränkestände. Irgendwie habe ich mich dann nach Draußen gekämpft.

Sanitäre Einrichtungen sind keine Frankfurter Stärke. Für tausende Zuschauer im Innenraum gab es nur Bauklos VOR dem Stadion.
Ich hatte wirklich verdrängt, wie gewöhnungsbedürftig diese Teile sind.
Aber für dieses eine Mal ließ sich das aushalten.




Fazit:

Von der Stimmung steht Frankfurt klar an erste Stelle. Mehr Publikumsaktivität geht echt nicht.
Die Setliste hätte als Dank dafür ruhig etwas ausführlicher sein können.
Ansonsten bin ich mit diesem Tag eigentlich ganz zufrieden.
Na gut, die Rückfahrt per S-Bahn zum Flughafen war eine Katastrophe, aber was will man von der Bahn schon erwarten?

Videos:

12.6.11 23:49


Grönemeyer Düsseldorf 08.06.11

Gelsenkirchen liegt hinter uns. Und genau 24h später steht exakt dasselbe Programm noch mal. Diesmal soll es nach Düsseldorf gehen.
Wenn ich später meinen Kindern über dieses Konzert berichten werde, wird folgender Satz fallen: "Dort war ich mit meiner Literaturlehrerin."
Es ist doch unglaublich. Jahrelang versucht man sich von den Lehrkörpern zu distanzieren. Sie sind immer irgendwo doof und ungerecht. Und trotzdem gibt es dann eine Person, bei der man an einem Mittwoch, um 16:45 Uhr, freiwillig ins Auto steigt, da sie mit ihrem Mann, ebenfalls Lehrer, zum selben Konzert fährt. Die Fahrt ging extrem schnell rum und war sehr unterhaltsam.
Es wäre schön, wenn der Weg zu einem Konzert immer so einfach wäre.
Der Einlass war diesmal auch perfekt. Keine Wartezeit, einfach ins Stadion rein und wieder erste Reihe.
Okay, auf diesem Teil des Steges bliebt keiner der Band sehr lange stehen und meistens sah man alle nur von hinten, aber immerhin gab es genug Platz zum wilden Rumhampeln.
Außerdem konnte man sich jegliche Fotoversuche sparen.
Fußballstadien sollten einfach kein Stahldach haben, welches den Innenraum im geschlossenen Zustand so extrem abdunkelt. Da gefallen mir die Stoffdächer auf Schalke und in Frankfurt wesentlich besser.
Vielmehr lässt sich von diesem Konzert eigentlich auch nicht berichten.
Wenigstens gab es in Düsseldorf die überteuerten Konzertbecher, die für 6,00€ nur mit Bier zu haben sind. Bei Zeiten gibt es ein Foto von den Teilen.
Jetzt kommen erst mal ein paar Konzertmomentaufnahmen.




Fazit:

Düsseldorf stank gegen Gelsenkirchen extrem ab.
Das muss man so lapidar formulieren. Die Stimmung des Publikums war doch sehr verhalten. Aber eigentlich erwartet man von Düsseldorf nichts anderes.
Nach Gelsenkirchen sieht eigentlich jedes Konzert extrem blass aus. Solange sich die Setliste aus Ge nicht wiederholt, zieht jeder andere Ort den Kürzeren.
Nett war es trotzdem. Für 20€ kann man extrem glücklich sein.

Videos:

9.6.11 16:30


Grönemeyer Gelsenkirchen 07.06.11

Unsere offizielle Todeswoche beginnt.
Drei Grönemeyerkonzerte + Schulveranstaltungen + Fahrt nach Frankfurt + Abiball in einem Zeitraum von Dienstag bis Samstag.
Klingt komisch, haben wir aber so geplant.
Es graut mir vor den Konzerten. Hat mich Bochum 2009 doch gelehrt, dass man um halb 11 am Stadion sein kann und trotzdem nur in der zweiten Reihe landet.
Und diesmal sind wir erst um 13:30Uhr ins Auto gestiegen. Wo soll das nur hinführen?
Na gut, wir haben extra "Front of Stage"- Karten gekauft, aber trotzdem hätte es bei unserm Glück sein können, dass wir irgendwo auf dem Dach stehen müssen, weil vorne kein Platz mehr frei war.
Aber es lief. Wir hatten gute Plätze.
Wenigstens das hat geklappt. Ohne Geld wären wir zwar verdurstet, weil man uns beim Einlass sämtliche Getränke liebenswerterweise abgenommen hat. Man brauchte im Brandfall schließlich irgendwas zum löschen, da die Feuerwehr die verrosteten Wasseranschlüsse nicht gelöst gekriegt hat.
Achja, ich vergas den Weg zum Stadion zu erwähnen. Da es bei so einer Veranstaltung unmöglich ist direkt am Stadion zu parken, entschieden wir uns in weiser Voraussicht dazu, etwas weiter weg zu parken. 80% der Deutschen halten das Ruhrgebiet für ein überdimensionales Industriegebiet, in welchem traurige Rentner aus verdreckten Häusern schauen. Sie liegen falsch. So was von falsch.
Das folgende Bild zeigt unseren Weg in Richtung Arena.


Diese landwirtschaftlichen Flächen liegen mitten in der Stadt. Auch wir waren verwundert.
Ziemlich genau an dieser Stelle wurden wir auf dem Rückweg gegen Mitternacht von einer Herde Pferde erschreckt. Im Dunkeln. In Gelsenkirchen. Mit dem Feuer einer Raffinerie im Hintergrund.

Also, da saßen wir nun auf dem Boden vor der Bühne. Der kleine Spurt durch den Tunnel zum Spielfeld hat uns einen Platz in der ersten Reihe beschert, direkt am linken Steg.
Der ältere Herr ließ sich dann auch des Öfteren mal vor uns blicken.
Die folgenden Fotos beweisen dies.



Was lässt sich noch über das Konzert sagen, was die Leser, die sich nicht für solche Veranstaltungen interessieren, vielleicht doch ein wenig interessieren könnte?
Im Innenraum gab es Sanitärcontainer mit richtigen Toiletten. Keine Baustellenklos, nein, richtige Toiletten. Wahnsinn! Das ist wirklich keine Selbstverständlichkeit.
Und um beim Thema zu bleiben: zwei Getränke und ein Stück Pizza haben zusammen fast 20 DM gekostet! Wucher!

Fazit:

Abschließend lässt sich sagen, dass die 20€, die ich bei Ebay für die Karte bezahlt habe, sehr gut angelegt waren. Dieses Konzert war mit drei Stunden und 33 Liedern das längste der Tour.
Es wurden Songs gespielt, die einen noch in einigen Jahrzehnten von diesem Abend schwärmen lassen.
Zum Glück habe ich genügend Fotos und ein paar Videos gemacht, die ich euch hier noch präsentieren möchte.
Habt Spaß!

Videos:

8.6.11 12:12


Freiheit

Vier Wochen - Als wir alle noch jung und dynamisch durch die Gegend stolperten und genüßlich unsere Spielzeugautos (Puppen, Kochlöffel, Spielzeughandgranaten, etc.) in den Mund steckten, waren vier Wochen eine halbe Ewigkeit.
Damals waren drei Stunden "Wetten, dass…" noch eine echte Herausforderung. Undzwar keine Herausforderung im Sinne von "wie ertrage ich die beiden Blondinen?".
Wie sieht es heute aus?
Heute genießt man die Zeit nach den Abiprüfungen und tut damit genau so viel oder wenig wie in seiner Kindheit. Meistens schaut man im Fernsehn sogar noch dieselben Serien.
Aber das Zeitgefühl ist anders. Besser gesagt total fürn Arsch!
Seit Wochen habe ich nichts extrem produktives getan und trotzdem ist die Zeit vergangen.
Wenn das so weiter geht, dann berichte ich hier bald über die Vorbereitungen meiner Beerdigung auf dem Mond. Im Jahr 2100 wird das mit Sicherheit möglich sein.
Ich hoffe, dass ich bis dahin wirklich was geschafft habe.
Andererseits kann man die Zeit seit dem 24.05. nicht als vollkommen verschwendet bezeichnen.
Wir haben die härtesten Wochen unseres Lebens™ überstanden. Hey, was sind Abiprüfungen gegen zwei Konzerte direkt hintereinander, mehrere zweitlich zu frühe Organisationsschulbesuche, eine Zugfahrt um 6:40 Uhr und ein anschließender Abiball, auf den am nächsten Tag noch ein Konzert folgt?
Aber strecken wir diesen Blogeintrag nun mal total unnötig und listen alles einfach mal chronologisch auf.

25.05.2011

Es ist 6:27 Uhr. Mein Wecker klingelt zur Unzeit.
Heute soll es geschehen. Um 7:55 Uhr werde ich meinem stark transpirienden Geschichtslehrer gegenüber treten und ihn zum Duell fordern.
Im Bürokratendeutsch nennt sich dieses Szenario schlicht "mündliche Abiturprüfung".
Es ist kurz nach 8:00 Uhr. Ich sitze im Vorbereitungsraum. Der Prüfungstext wäre ein Kinderspiel. Leider hat mich mein wöchentliches Duftbäumchen nicht genau darüber informiert, welches Thema genau auf mich zukommen wird. Stattdessen verbrachte ich eines Freitags vor den Osterferien eine meiner kostbaren Schulpausen mit ihm in einem Raum. Er redete 20 Minuten ununterbrochen und betete den kompletten Stoff der 12. und 13. runter. Anstatt ewig zu reden, hätte er auch einfach sagen können: "Lern alles!". Das tat er nicht.
So sitze ich nun hier. Vor mir ein Auszug aus Brünings Memoiren. Ja, der Brüning. Schön, dass ich mich auf genau diesen Bereich nicht vorbereitet habe, da mir ebenfalls nicht mitgeteilt wurde, dass ich in einer Prüfungsgruppe mit zwei Schülern, aus zwei anderen Kursen, mit zwei anderen Lehrern, stecke und ich so anhand von Themenüberschneidungen meinen Lernaufwand erheblich hätte reduzieren und fokussieren können.
8:30 Uhr: Man holt mich zur Prüfung. Da sitze ich nun. Und versage. Nervosität kann unvorbereitet auftreten. Fragen Sie dazu Ihren Arzt oder Apotheker.

17:45 Uhr: Ich sitze wieder in der Schule. Schließlich möchte ich ja wissen, was mir mein geistiger Amoklauf eingebracht hat. Um mich herum Menschen, die bei ihrem Geschichtslehrer deutlich zweistellige Punktzahlen erzielt haben. Irgendwann bin ich dann dran. 8 Punkte.
Später erfahre ich, dass mein Vortrag zu oberflächlich war. Ich nehme mir vor, meinem Geschichtslehrer nach der Zeugnisverleihung noch einen Besuch abzustatten.
Zur Zeugnisverleihung am 18.06. erfahre ich dann, dass er nach den Ferien die Schule verlassen wird. Ich komme mir noch mehr verarscht vor.

27.05.2011

Irgendwann nach 15:00 Uhr: Ich befinde mich mit meiner Mutter in der Innenstadt. Für den Abiball fehlen mir noch Schuhe und ein Hemd.
Letzteres übersteigt im Preis deutlich den Wert der Lackschuhe. Ich bin schockiert. Später stellt sich raus, dass das Hemd untragbar und sackartig ist.
Merke: Kaufe ein Hemd nur mit nicht zahlender, weiblicher Begleitung und achte darauf, dass der Vorschlag "XL" des Verkäufers nich in einem "XXL"-Hemd endet.
Im Preisschockzustand zieht es mich zu Weltbild. Das Bücherregal benötigt nun einen erheblichen Ausbau.


Abends: Ich steige ins Auto und fahre zu einem Mitschüler, der mit mir in der Abizeitungsredaktion sitzt. Bei ihm stapeln sich mysteriöse Kisten.
Einige lade ich ins Auto. Was mag in ihnen stecken?


01.06.2011

Unsere Abizeitung in Papier und Tinte. 154 Exemplare warten auf ihre Übergabe an Schüler, Lehrer, Eltern und Sponsoren.
Der Verkauf wird mich noch sehr viele Nerven kosten.
Im Freudenrausch über die gedruckte und endgültig fertige Zeitung denke ich aber nicht über den Aufwand nach.


Wir stecken nun also in der ersten Juni-Woche.
Wie geht es weiter?
Dazu später mehr.
2.6.11 18:25


Ich mähte den Rasen und niemand starb

Damit wäre dann dieser verdammte Fluch gebrochen. Tatsächlich ist am letzten Donnerstag niemand bedeutendes unerwartet zurückgetreten oder verstorben.
Vielleicht sollte ich noch mal erklären, weshalb das Mähen einer Rasenfläche bei mir so ein spiritueller Staatsakt ist.
Am 7./8. Juni 2006 mähte ich zum ersten Mal in meinem Leben rasen. Während ich meine Runden zog, lief im Radio die Meldung durch, dass Rudi Carrell verstorben sein. Ich speicherte dies mit Trauer in meinem Hinterkopf, beachtete es aber erst mal nicht weiter.
Mein nächster Rasenpflegeakt folgte erst am 25. Mai 2010. Ich besann mich auf die Geschichte und fürchtete schon das nächste unerwartete Ereignis, da mir nach vier Jahren der Gedanke kam, dass mein Mähen den beliebten Niederländer ins Grab befördert hat. Natürlich war es seine Krebserkrankung, aber man macht sich schon so seine Gedanken.
Nach getaner Arbeit schaltete ich meinen Fernseher an: "Sondermeldung: Roland Koch tritt zurück."
Okay, in dem Moment hatte ich es schwarz auf weiß: Ein Fluch lastet auf mir.
Richtig bewusst wurde mir alles außerdem, nachdem ich festgestellt hatte, dass Rudi Carrell eigentlich Rudolf Kesselaar hieß und sich somit die Initialen mit Roland Koch teilte.
Lange Rede, kurzer Sinn: Am 19. Mai 2011 trat kein R.K. zurück oder verstarb.
Ein bisschen enttäuscht bin ich schon.


Man merkt, dass ich so ganz langsam alt werde. Ich beginne Blogeinträge tatsächlich mit Anekdoten.
Da passt es doch quasi wie die Faust aufs Auge, dass mein Blog vor knapp zwei Wochen sein drei jähriges Bestehen feiern durfte.
217 Blogeinträge wurden seither verfasst. Insgesamt also viel zu wenige, aber das liegt an den massiven Pausen, zu welchen ich ab und an neige. Zum Glück greift dieses Motivationsdefizit auf sämtliche Lebensbereiche über. Ich vernachlässige meinen Blog also nicht, nein, ich bin konsequent und vernachlässige einfach alles, was ansatzweise produktiv wäre.
Manchmal zumindest.

Weitere Fakten

  • Zwei Schulabschlüsse gab es seit Anfang 2008 zu vermelden, der dritte steht kurz bevor
  • Zu viele Klausuren wurden verfasst
  • Millionen Bücher gekauft, aber nicht gelesen
  • Anderthalb Notebooks und mehrere Handys segneten das Zeitliche
  • Tausenden Kilometer wurden in Zügen und PKWs zurück gelegt
Mit dem Studium und dem damit verbundenen Umzug beginnt eine entscheidende Lebensphase, die hier auf jeden Fall dokumentiert werden muss.
Und diesmal hoffentlich regelmäßiger.

Also, das Ruhrgebiet ruft und wir werden folgen.


Also, das Ruhrgebiet ruft und wir werden folgen.

Bis dahin wird aber noch viel "Wasser" die Emscher herunterfließen.

Zeit genug also um noch einen Blick auf die Gegenwart zu werfen.
Seit meinem letzten Blogeintrag habe ich alle schriftlichen Abiprüfungen hinter mich gebracht.
BWR war ein Witz, Deutsch entsprach den Erwartungen und Mathe wird mich auch nicht schocken.
Am morgigen Mittwoch geht es dann in die mündliche Prüfung im Fach Geschichte.
Vom eigenen Geschichtslehrer im Regen stehen gelassen, werde ich mich dieser Herausforderung stellen und am Donnerstag drüber berichten.

Ansonsten ist mein Alltag vollkommen unspektakulär. Die neue Freizeit lässt Ferienstimmung aufkommen. Äußerst kontraproduktiv für den Lernprozess in Sachen Geschichte.
Manches ändert sich wohl nie.

Letzte Woche bin ich mit der Bahn dann noch mal richtig unter die Räder gekommen.
Bei der letzten Alleinfahrt muss natürlich alles so schief gehen, dass ich in Dülmen acht Stunden auf meinen nächsten Zug hätte warten müssen. Zum Glück wurde ich in Essen aufgesammelt.
Grande Finale!


Das obige Bild zeigt alle Konzertkarten, die hier momentan rumfliegen. Man muss die abgebildete Anzahl noch durch zwei teilen. Es handelt sich nämlich um Eintrittskarten für zwei Personen.
So ganz bescheuert sind wir dann doch nicht.


Skypp1g1rl. Klingt eigenartig und ist es auch.
Was nach verrückter 16-jähriger klingt entspringt dann doch "nur" der Feder meines ehemaligen Englischlehrers.
Mir wurde heute empfohlen, dass ich ihn nach einer möglichen Zusammenarbeit in Bezug auf ein literarisches Werk fragen soll.
Absurder Gedanke. Aber interessant.

Zurück zum Werk:
Das Cover sagt eigentlich alles. Es geht um eine junge Streetartkünstlerin, die ihr Leben beschreibt.
Hört sich langweilig an, ist aber ganz nett gemacht.

Schule vs. Kirche

Zum Schluss noch eine kleine Diskussionsanregung.
Welche Rolle darf die Religion im Schulleben einnehmen?

Kurze Erklärung:
Am 18. Juni wird morgens, vor meiner Zeugnisausgabe, ein ökumenischer Gottesdienst stattfinden.
Dieser wurde teilweise von Schülern organisiert und gilt durchaus als Pflichtveranstaltung.

Also, was hat ein Gottesdienst mit dem Abitur zu tun? Warum kann man die organisierten Programmelemente nicht von Gott lösen und auf neutralem Boden präsentieren?
Ich möchte nicht zu Gott gezwungen werden. Mit dieser Ansicht und Fragestellung stoße ich größtenteils auf taube Ohren.
Es ist nun mal so, weil es schon immer so war und dazu gehört.
Warum es so ist und warum man einen Gottesdienst in diesem Zusammenhang braucht, konnte mir bis jetzt noch niemand erklären.
Ich lasse mich zu so was nicht nötigen.
Es wäre interessant zu wissen, wie die Nicht-Christen (Muslime etc.) mit diesem evangelisch/katholischen Gottesdienst umgehen dürfen.
Als Atheist zieht man einfach den Kürzeren. Dialoge unmöglich.
Momentan ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ich diese Veranstaltung nicht besuchen werde.
Der Aufwand ist aller Ehre wert, aber ich habe meine Grenzen.

Dieses Thema ist noch nicht durch. Daher auch gerne ein paar Meinungen aus dem Publikum.

Nun ist es aber schon spät und ich sage:

Glück auf!
24.5.11 03:01


Delmenhorst

Wenn man die Zeitspanne von über einem Monat seit meinem letzten Eintrag einfach mal gepflegt ignoriert, so lässt sich sagen, dass ich erst drei Abende mit dem Versuch eines Anfangs beschäftigt war.
Irgendwas kam einfach immer dazwischen. Sei es ein spontanes Schläfchen oder einfach mal ein "paar" Minuten in die neu erworbene "Inglourious Basterds"-DVD reinschauen. Man kennt das ja,
Aber ich habe Urlaub, da kann ich darüber hinweg sehen, dass ich meine eigenen Vorgaben nicht erfülle. Würde ich in einem Zimmer in Ahaus sitzen… würde mir das wohl auch egal sein.

Also gut, hier bin ich. Offiziell mitten in der Phase des Abiturs. Bis zur ersten Klausur sind es noch knapp anderthalb Wochen. Habe ich bis jetzt ernsthaft dafür gelernt? Natürlich… NOT!
Gefühlte 138% der Stufe verbringt 204% ihrer Ferienzeit damit, dass sie 421% ihrer Energie in die Vorbereitung der BWR-Abiklausur stecken. Ja, es sind viele Seiten, die man sich noch mal anschauen müsste, ja, man hätte eigentlich schon vor Monaten anfangen müssen - wenn man das Vorbereitungsmaterial gehabt hätte - und ja, man sollte zu diesem Zeitpunkt eigentlich keine Freizeit mehr haben. Aber, es juckt mich nicht. Realistische, nicht gefühlte, Prozentzahlen sagen aus, dass die oben erwähnten Menschen exakt so verzweifelt vor der Klausur sitzen werden wie ich. Wobei ich mir vorgenommen habe, dass ich vorher eine Tiefenentspannungstherapie machen werde.
Betrachten wir das doch mal so: Ich habe ohne viele Abstriche in meiner Freizeitgestaltung jetzt schon ein Abitur von 4,0. Nicht optimal, aber Abitur. Gesetzt dem Fall, ich werde in den Abiturklausuren ähnlich abschneiden wie bisher, kommt da ein relativ vernünftiger Durchschnitt heraus. Ein Durchschnitt, für den andere ihr Privatleben geopfert haben.
Trotzdem wird auch für mich der Spaß spätestens am Sonntag ein Ende haben. Dann befinde ich mich wieder in Ahaus und kann in ernsterer Atmosphäre lernen.

Momentan sitze ich wieder in dem Zimmer, in dem ich wahrscheinlich auch schon den einen oder anderen Blogeintrag verfasst habe. Diesmal über ein 10 Meter langes LAN-Kabel. Natürlich hätte man natürlich auch den alten, ungenutzten WLAN-Router mitnehmen können, aber es ist doch viel lustiger hinzugehen und 30 Meter LAN-Kabel im Haus zu verlegen. Generell Internet. Halbsatz mit Bedeutung.
Vier Menschen haben drei Notebooks. Ist das normal? Früher hat man im Urlaub gelesen und war froh, wenn man mal sieben Tage lang nicht angerufen wurde.
Und wieder ein Punkt gefunden, den ich hervorragend in meine Erörterung in der dritten Abiklausur einbringen kann.


Aber nun mal der dritte Anlauf der Ortsbestimmung.
Ich befinde mich, entgegen der Angabe in der Überschrift, nicht in Delmenhorst. Wir sind lediglich mit dem Zug durch diesen bedeutsamen Ort gefahren. Das tut man zwangsläufig, wenn man von der Nordseeküste nach Bremen fahren möchte.
Für jeden, der die Bedeutung Delmenhorsts nicht kennt, habe ich mal das mythosbegründende Lied von "Element of Crime" als aktuelle musikalische Begleitung eingefügt.


Ich schweife ab.
Also, Bremen haben wir besucht, Bremerhaven sind wir aufs Dach gestiegen, in Wilhelmshaven haben wir einen Militärputsch vorbereitet und in Varel ging es hauptsächlich um die Versorgung mit Proviant.
So lässt sich die erste Ferienwoche beschreiben.
Gestern Abend haben wir dann noch spontan günstige Karten für unser zweites Grönemeyer-Konzert der anstehenden Tour gebucht. Voller Enthusiasmus ist dann der Blogeintrag doch wieder liegen geblieben.
Falls es im Schreibstil nun einen leichten Unterschied geben sollte, könnte es daran liegen, dass es 16:22 und nicht kurz vor Mitternacht ist.
Und im Grunde bleibt mir thematisch nun auch nicht mehr viel übrig.


Achso, ich wollte ja noch was zum aktuellen Grönemeyer Album schreiben.
Ich bin begeistert. Zehn von Zwölf Titeln kann ich uneingeschränkt empfehlen, bei den anderen beiden tue ich mich immer noch schwer.
Ansonsten lässt sich noch hinzufügen, dass ich auch vom Albumlogo so begeistert bin, dass ich umgehend meine grünen Chucks damit dekorieren musste.
Okay, auch das ist etwas freakig, aber es sieht ganz nett aus.

Bleibt mir nun noch ein kleiner Hinweis:
Die Unterseite "Semikreatives Geschreibsel" enthält nun alle von mir verfassten Texte aus dem Literaturkurs und hat endlich eine direkte Kommentarfunktion bekommen.
Habt Spaß damit.
Ansonsten:

Glück auf!
22.4.11 16:30


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